Öffentlichen Nahverkehr stärken
- 18. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb.
Mobilität muss für alle funktionieren. Verlässlich, bezahlbar, barrierefrei, klimafreundlich und gut angebunden. Nur so gelingt die Verkehrswende auch im ländlichen Raum.

Als Berufspendlerin im ländlichen Raum weiß ich: Ohne Auto geht es oft nicht. Vor allem außerhalb der Hauptverkehrszeiten oder in den Schulferien. Gerade deshalb braucht es einen öffentlichen Nahverkehr, der eine echte Alternative bietet: mit verlässlichen Fahrplänen, guten Taktungen, sinnvollen Anschlüssen und barrierefreier Infrastruktur. Menschen im ländlichen Raum dürfen nicht länger vom ÖPNV ausgeschlossen werden.
Noch immer sind viele Haltestellen und Bahnhöfe nicht barrierefrei zugänglich, weder für Menschen mit Behinderungen noch für ältere Menschen oder Familien mit Kinderwagen. Das ist kein Randthema, sondern eine Frage von Gerechtigkeit, Selbstständigkeit und Teilhabe.
Ein modernes Nahverkehrssystem muss allen Menschen ermöglichen, selbstständig mobil zu sein – unabhängig vom Wohnort. Dazu gehören neben barrierefreien Zugängen auch flexible Angebote für Zeiten und Strecken mit geringerer Nachfrage. Rufbusse und On-Demand-Verkehre sind hierfür sinnvolle Ergänzungen, gerade in dünn besiedelten Regionen. Gleichzeitig gilt: Ohne ausreichend Personal funktioniert kein guter ÖPNV. Faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und schnelle Qualifizierungswege sind Voraussetzung für dichtere Fahrpläne und verlässliche Angebote.
Auch der Umstieg auf klimafreundliche Antriebstechnologien ist zentral. Der Ausbau von E-Bus-Flotten leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftqualität, besonders im ländlichen Raum mit langen Strecken und vielen Halten. Nachhaltigkeit heißt für mich: wirksame Maßnahmen, die im Alltag funktionieren.
Ländliche Regionen dürfen zudem nicht durch Infrastrukturentscheidungen weiter abgehängt werden. Bahnverbindungen müssen erhalten und gestärkt werden. Eine Unterbrechung der Gäubahn zwischen Stuttgart und dem Bodenseeraum wäre ein schwerer Rückschritt – für Pendlerinnen und Pendler, für den Klimaschutz und für die Anbindung unserer Region. Auch die Bodenseegürtelbahn als zentrale Verbindung im Süden Baden-Württembergs muss endlich modernisiert und leistungsfähig ausgebaut werden.
Dass das Deutschlandticket gesichert ist, ist ein wichtiger Schritt. Doch bezahlbare Mobilität allein reicht nicht, wenn das Angebot nicht stimmt. Fahrpläne, Fahrzeuge, Personal und Infrastruktur müssen zusammenpassen, sonst geht Vertrauen verloren.
Mein Ziel
Ich setze mich für einen zukunftsfähigen Nahverkehr ein: barrierefrei, klimafreundlich, gut getaktet, fair für die Beschäftigten und verlässlich für die Fahrgäste. Mobilität muss auch im ländlichen Raum funktionieren. Als echte Alternative zum Auto und als Grundlage für soziale und ökologische Gerechtigkeit.


