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Kormoranmanagement am Bodensee – Zukunft der Fischerei im Fokus

Sa., 25. Okt.

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Seestraße 13, 78479 Reichenau, Deutschland

Die Diskussion hat deutlich gemacht, dass ein wirksames, länderübergreifendes Kormoranmanagement dringend notwendig ist. Es braucht Lösungen, die sowohl die Interessen des Naturschutzes als auch die Existenz der Fischerei berücksichtigen.

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Kormoranmanagement am Bodensee – Zukunft der Fischerei im Fokus
Kormoranmanagement am Bodensee – Zukunft der Fischerei im Fokus

Zeit & Ort

25. Okt. 2025, 10:00 – 12:00

Seestraße 13, 78479 Reichenau, Deutschland

Der Kormoran im Fokus - Wie viel Schutz verträgt der See?


Auf meine Einladung hin fand bei Riebels auf der Reichenau eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung zum Thema Kormoran und Zukunft der Fischerei am Bodensee statt. Zahlreiche Berufsfischer, Hobbyfischer und interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um gemeinsam mit Sarah Schweizer MdL, der jagd- und fischereipolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, sowie Vertretern des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg über Wege zu einem ausgewogenen Kormoranmanagement zu sprechen.


Im Vorfeld der Veranstaltung erreichte mich ein bewegender Brief eines 16-jährigen Schülers. Er schrieb, dass es sein größter Wunsch sei, Berufsfischer zu werden – er aber keine Zukunft mehr in diesem Beruf sehe, weil der Kormoran die Fischbestände so stark dezimiere. Diese Worte haben mich sehr berührt und einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns für die Zukunft der Fischerei am Bodensee einsetzen.


Die Diskussion hat deutlich gemacht, dass ein wirksames, länderübergreifendes Kormoranmanagement dringend notwendig ist. Es braucht Lösungen, die sowohl die Interessen des Naturschutzes als auch die Existenz der Fischerei berücksichtigen. Sarah Schweizer hat dabei die Position der CDU-Landtagsfraktion vorgestellt und betont, wie wichtig ein wissenschaftlich begleitetes und praxisnahes Vorgehen ist, das auch in Schutzgebieten Anwendung findet.


Die anwesenden Fischer schilderten eindrücklich, welche Folgen der zunehmende Fraßdruck durch den Kormoran für die Fischbestände und ihre Betriebe hat. Vertreter des Landesfischereiverbands unterstrichen die Rolle der Fischer als wichtige Partner im Natur- und Artenschutz – sie sind täglich auf dem See, beobachten Veränderungen frühzeitig und leisten einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung dieses einzigartigen Ökosystems.

Besonderes Interesse galt dem neuen Interreg-Projekt „Fischartenschutz und Kormoranmanagement am Bodensee“, das ökologische Aufwertungen und technische Schutzmaßnahmen verbindet. Ich bin gespannt auf die geplante Pilotphase auf der Liebesinsel, bei der das Einölen der Eier als tierschutzgerechte Methode zur Regulierung der Kormoranbestände getestet werden soll.


Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam mit Wissenschaft, Politik und Praxis neue Wege finden, um die Fischerei am Bodensee zu erhalten. Politisch verfolge ich dabei zwei klare Ziele: 

  1. Die Berufsfischerei am Bodensee muss eine Zukunft haben. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die jungen Menschen eine Perspektive geben, regionale Wertschöpfung sichern und den Verkauf heimischer Fische wieder ermöglichen. 

  2. Wir brauchen ein abgestimmtes, grenzüberschreitendes Kormoranmanagement. Nur durch gemeinsame, wissenschaftlich fundierte Maßnahmen aller Bodensee-Anrainerstaaten können wir den Schutz der Fischarten mit dem Artenschutz des Kormorans in Einklang bringen.

Nur so sichern wir die ökologische Balance des Sees – und die Zukunft einer stolzen, traditionsreichen Fischereikultur am Bodensee.

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